Ausbildung

Ausbildungspraxis

In der praktischen Ausbildung wird von Beginn an ein umweltschonender Fahrstil gelehrt, mit dem bis zu 30% Kraftstoff eingespart werden kann. Der Fahrstil ist gekennzeichnet durch niedrige Drehzahlen, durch den planvollen Aufbau und die optimale Nutzung von Schwungenergie und durch die Einhaltung ausreichender Abstände zum Auspendeln von Flusshemmungen. Der umweltschonende Fahrstil ist aufs Ganze gesehen nicht langsamer als andere. Der wesentliche Unterschied: vorhandene Spielräume werden nicht genutzt, um einzelne Meter- oder Sekundengewinne herauszuschinden, sondern um eine gleitende Fahrweise zu realisieren. Diese bringt Ruhe und Gelassenheit ins Fahrzeug, was vor allem der Sicherheit unerfahrener AnfängerInnen zugute kommt.

Bei konsequenter Umsetzung dieser Fahrweise erleben die SchülerInnen auch in den Fahrstunden den massiven Anpassungsdruck der Straße: sie werden überholt, obwohl die nächste Ampel gleich wieder zum Anhalten zwingt oder sie werden durch Hupen oder dichtes Auffahren zu höheren Geschwindigkeiten gedrängt. Diese unmittelbaren Erfahrungen dienen als Einstieg zu einer kritischen Auseinandersetzung mit vielen, häufig irrationalen Fahr- und Geschwindigkeitsgewohnheiten und ihren Ursachen. Nahezu zwangsläufig ergibt sich daraus die gemeinsame Suche nach geeigneten Strategien, um die erlernte Fahrweise trotz der schwierigen Rahmenbedingungen beibehalten zu können.

Jeder Autofahrer weiß wie schwer es ist, im verkehrsberuhigten Bereich wirklich Schritttempo zu fahren. In diesem Zusammenhang wird im Unterricht darauf eingegangen, welche Gewohnheiten die einzelnen Schüler im Umgang mit der Zeit ausgebildet haben. Wann bin ich ungeduldig, woher kommt das, wie kann ich das besser in den Griff bekommen?

Die Risiken, Belästigungen und Einschränkungen durch den Straßenverkehr sind für alle SchülerInnen von früher Kindheit an so selbstverständliche Begleiterscheinungen, dass sie heute kaum noch von ihnen wahrgenommen werden. Nun, da die SchülerInnen mit dem Erwerb der Fahrerlaubnis endlich selbst in den Genuss der automobilen Freiheit kommen, erwartet man von ihnen ökologisch und sozial verantwortliches Fahrverhalten. Das setzt jedoch die Fähigkeit voraus, verschiedene Fahrweisen und ihre Auswirkungen bewusst unterscheiden zu können.

Diese Fähigkeit fördern wir beispielsweise durch einen Hörspaziergang. Dabei geht es um die Sensibilisierung für Verkehrslärm und den Beitrag, den jeder einzelne Autofahrer dazu leistet. Weitere Beispiele für erlebens- und wahrnehmungsorientierte Ausbildungsmethoden sind:

  • gezielte Beobachtungsaufgaben und Aktionen im Verkehr
  • gemeinsamer Besuch einer Grundschulklasse beim Thema Kinder
  • Kooperationsspiele zum besseren Verständnis des Verkehrs als soziales System
  • Praxisausbildung auf ökologisch verträglicheren Erdgasfahrzeugen

Letztendlich laufen alle Ausbildungsbemühungen darauf hinaus, den zukünftigen AutofahrerInnen überzeugend zu vermitteln, dass das Fahrverhalten eines jeden einzelnen die Gesamterscheinung des Straßenverkehrs prägt. Damit erfüllt die Fahrausbildung eine gesellschaftspolitisch wichtige Bildungsaufgabe. Sie muss zur übernahme individueller Verantwortung und zu sozialem Verhalten befähigen und ermutigen, auch wenn dies innerhalb der Gepflogenheiten des Massenphänomens Verkehr derzeit noch exotisch anmutet.

Natürlich kann diese Bildungsaufgabe nicht in vollem Umfang von den Fahrschulen alleine umgesetzt werden. Aber die Fahrausbildung bietet eine gute Ausgangsbasis: alle zukünftigen Autofahrer werden über sie erreicht und die SchülerInnen sind hoch motiviert.

Wenn die Gesellschaft morgen einen sozial und ökologisch verträglichen Verkehr haben will, muss sie heute auf breiter Ebene Vorsorge treffen. Schulen, Kindergärten und Eltern kommt dabei eine ebenso wichtige Rolle zu wie den Fahrschulen. inno.m beteiligt sich daher auch an zukunftsweisenden Projekten zur Kooperation zwischen Schulen und Fahrschulen in Linz, in Oberndorf und Wien, in Berlin und Niedersachsen.